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03.05.
16:49 Uhr
Hinweis: Die TraderFox GmbH als Betreiberin von qix.capital ist Entwickler des Index-Regelwerks. Für die Index-Zertifikate sind allein die jeweiligen Banken verantwortlich. Wir partizipieren direkt oder indirekt an der Vermarktung der Indizes. Dies Betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.
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QIX Deutschland: Margenziel von fast 30% und starke Q1-Zahlen schieben Aktie von Nemetschek wieder Richtung Jahreshoch und Merck baut Lipide-Produktion für Corona-Impfstoffhersteller Biontech deutlich aus

Starke Einzelhandelsdaten aus Deutschland können den QIX Deutschland am Montag trotz steigendem Euro beflügeln. Am Nachmittag liegt der Index folglich mit 0,6% im Plus bei 15.930 Punkten. Baudienstleister Nemetschek erwartet nach starkem Jahresstart für 2021 ein besseres Marktumfeld und 27 bis 29% Umsatzmarge. Bereits boomende Laborsparte von Merck will hohen Bedarf bei Impfstoff-Produzenten nach Lipiden mit kräftigem Produktionsausbau decken.

Angesichts eines vielversprechenden Jahresauftakts zählte die Nemetschek-Aktie seit Mitte letzter Woche immer wieder zu den Tagesgewinnern. Somit notiert sie auch am Montag mit 1% im Plus bei 62,60 Euro. Dabei verkündete der Vorstand des Bausoftware-Entwicklers im Zuge der jüngsten Quartalszahlen am vergangenen Donnerstag, ein besseres Marktumfeld im Lauf des Jahres zu erwarten und blieb dementsprechend bei seinen Jahreszielen. Mit dem 1.Quartal haben wir eine starke Grundlage geschaffen, um unsere Ziele für 2021 zu erreichen, betonte der Manager. Der Umsatz des Unternehmens, das seine CAD-Software- und Lizenzanwendungen vor allem Architekten als auch Ingenieuren und Immobilienunternehmen zur Verfügung stellt, kletterte getrieben von Abo-Erlösen und weitreichenden Cloud-Angeboten im Jahresvergleich um 8% auf 158,4 Mio. Euro. Ohne Gegenwind vom starken Euro wäre Nemetschek sogar um gut 12% gewachsen. Mit den Werten schnitten die Münchner auch besser ab als von Analysten zuvor erwartet. Zumal insbesondere die Sparte für Design- und Konstruktionssoftware überraschend stark lief. Und mit der im ersten Jahresviertel um fast 3% auf 31,3% gestiegenen EBIT-Marge konnte der Baudienstleister ebenfalls überzeugen. Die Profitabilität soll sich aufs Gesamtjahr gesehen letztlich aber im Bereich von 27 bis 29% einpendeln, bei einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich.

Nemetschek arbeitet derzeit in erster Linie auch daran, die verschiedenen Marken und Tochterunternehmen in seinen 4 Sparten stärker zu bündeln. Damit soll vor allem die Komplexität der einzelnen Produktreihen vereinfacht und Kosten eingespart werden. Den Kunden können so letztlich auch übergreifende Softwarepakete anboten werden. Und das die Geschäfte in 2020 insgesamt besser als befürchtet abschnitten, lag unter anderem auch daran, dass das Unternehmen mittlerweile stark auf Software-Serviceverträge setzt, wie es in der Digitalbranche zum Standard geworden ist. Ein Großteil des Umsatzes hängt bei Nemetschek also nicht mehr von aktiven Kaufentscheidungen der Kunden für teils teure Lizenzen ab, sondern von laufenden Software-Abonnements. Zudem hat das Management seit einiger Zeit auch mit Medienanimations-Software für Filmstudios und Spieleentwickler ein zusätzliches Standbein aufgebaut. Mit dem eigentlichen Kerngeschäft bleibt der Bausoftwareanbieter aber weiterhin nicht nur sehr gewinnträchtig, auch die zuletzt erzielte Eigenkapitalrendite von 24% kann durchaus überzeugen. Die Aktie von Nemetschek entspricht demnach wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Kaum verändert bei 146,20 Euro zeigt sich nach ihrem kürzlich markierten Rekordhoch am Montag im Qualitäts-Index dagegen die Merck-Aktie. Entscheidend für den zuletzt gesehenen Anstieg war neben positiven operativen Nachrichten bei dem Pharma- und Spezialchemieanbieter vor allem auch die jüngste Mitteilung, dass die Produktion von Lipiden für den Mainzer Corona-Impfstoffhersteller Biontech ausgedehnt wurde. Wir haben bereits im 2.Quartal Aufträge vorgezogen und werden in der zweiten Jahreshälfte unsere Lieferungen weiter ausbauen, um den hohen Bedarf an dringend benötigten Lipiden für Biontech und unsere anderen Kunden zu decken, sagte die Merck-Chefin dabei der Deutschen Presse-Agentur. Der Managerin zufolge betrifft der Produktionsausbau vor allem den Stammsitz in Darmstadt sowie das Werk in Schaffhausen (Schweiz). Bereits im Februar hatten Merck und Biontech eine Vertiefung ihrer Partnerschaft bekannt gegeben. Dabei kommen Lipide bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs zum Einsatz, den Biontech mit seinem US-Partner Pfizer vertreibt. Diese fettartigen Moleküle sind insofern wichtig, da hierdurch die Wirkstoffe des Vakzins im Körper freigesetzt werden können.

Weltweit beliefern die Darmstädter aber mehr als 50 Corona-Impfstoffentwickler unter anderem mit Einwegbeuteln, Membranen und Filtern, um die derzeit auf Hochtouren laufende Impfstoff-Produktion am Laufen zu halten. Und die anhaltend starke Nachfrage beflügelt nach wie das Geschäft von Merck, allein im vergangenen Jahr wurde dank der boomenden Laborsparte ein Umsatz von 17,5 Mrd. Euro erzielt. Vor allem das Laborausrüstungs-Geschäft erwies sich dabei mit einem Umsatzanstieg von fast 10% als unerwartete Stütze. Um den gegenwärtigen Nachfrageboom letztlich auch bewerkstelligen zu können, hatte der Zulieferer bereits im Dezember angekündigt seine globalen Kapazitäten ausbauen zu wollen. In den zurückliegenden 5 Jahren sind jedenfalls alle Merck-Sparten zusammen schon um durchschnittlich 15% gewachsen, und ein Ende der robusten Entwicklung ist derzeit nicht in Sicht.



Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.



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