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09.09.
15:49 Uhr
Marktberichte International

TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index: Darum sind Starbucks und Versicherer Allstate mit adjustierten Dividenden von bis zu 9% weiterhin Kaufkandidaten

Der anhaltende Kursrutsch im Technologiesektor dehnte sich am Dienstag nach dem verlängerten Wochenende mit reduziertem Tempo auf den ganzen US-Aktienmarkt aus. Auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index konnte sich von dieser Entwicklung nur bedingt abgrenzen und lag am Ende mit 1,5% im Minus bei 15.482 Punkten. Starbucks investiert verstärkt in digitale Technologien und dürfte nach der langsamen Geschäftserholung seine chinesische Expansionsstrategie vorantreiben. Allstate übernimmt für 4 Mrd. USD Versicherer National General und beeindruckt mit hoher adjustierte Dividendenrendite von 7%.

Mit nur leichten Abgaben auf 85,40 USD zeigte am Dienstag im TraderFox-Index die Starbucks-Aktie beachtliche Stärke. Die globalen Geschäfte der US-Kaffeehauskette erholen sich nach den Corona-bedingten Schließungen langsam wieder, insbesondere im schnell wachsenden chinesischen Markt. Durch die Pandemie wurde letztlich vor allem die Expansion des Unternehmens ausgebremst. Dies wurde vom jüngsten Quartalsbericht (30.Juni) mit einem weltweiten Absatzeinbruch von 38% diesbezüglich mehr als bestätigt. Starbucks selbst hat die Lockdown-Zeit aber hauptsächlich für wichtige technologische Investitionen genutzt. So können Kunden inzwischen ihren Lieblingskaffee schon vor Betreten des Geschäfts mit ihrem Smartphone digital bestellen und zugleich auch bezahlen. In vielen Städten wurden von der Franchisekette während eingeschränkter Geschäftszeiten auch Drive-thru`s eingeführt, um letztlich sichere und schnelle Kundenbestellungen abwickeln zu können. Das von Starbucks hierbei investierte Geld dürfte sich in Markentreue und Marktanteilszuwächsen vor allem unter jungen Leuten widerspiegeln, die die trendigen Kaffee- und Lifestyle-Produkte des Unternehmens lieben. Aber auch Nachhaltigkeit und Klimainitiativen sind dem Management mittlerweile wichtig, und so wurden in diesem Jahr beispielsweise wiederverwertbare Kaffeebecher eingeführt.

Ob die alten Expansionsbestrebungen bei denen Starbucks den Umsatz allein in China von 2017 bis 2024 immerhin verdreifachen wollte, noch immer Gültigkeit haben, werden wohl erst die nächsten Quartale zeigen. Ursprünglich sollten in der Volksrepublik von 2019 bis Ende 2022 knapp 3.000 neue Cafe`s entstehen. Dank der weltweit beliebten Kaffeemarke zählt das Land nach Amerika aber inzwischen mit zu den am stärksten florierenden Geschäften. Bis zum Beginn der Pandemie haben sich die Erlöse bei Starbucks jedenfalls noch beständig um im Schnitt 10% erhöht, und das Unternehmen blieb dabei auch stets ein zuverlässiger Dividendenzahler. In den letzten 10 Jahren haben sich die Ausschüttungen auf zuletzt 1,64 USD immerhin verachtfacht. Zwar bietet die Aktie aktuell nur 1,9% an Dividende, viel entscheidender ist aber, wieviel Kapital den Anteileignern aber letztlich in Summe zurückgeführt wird. Und hier ergab sich zuletzt immerhin eine adjustierte Dividendenrendite von 8,6%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Am Dienstag präsentierte sich im TraderFox-Index dagegen die Allstate-Aktie mit über 2% deutlich im Minus und notierte damit am Ende bei 91,25 USD. Der amerikanische Versicherer zählt seit der Abspaltung von der damaligen Muttergesellschaft Sears Holding im Jahr 1993 mit zu den beständigsten Dividendenwerten des Landes. Dabei hat das Unternehmen nicht nur ein A+-Rating sondern bietet im Privatkundengeschäft weltweit über zahlreiche Niederlassungen auch eine breite Produktpalette von Versicherungsleistungen an. Hierzu gehören neben klassischen Lebensversicherungs- und Autopolicen auch Sach- und Haftpflichtversicherungen sowie Renten- und Kapitalanlageprodukte. Um aber das gruppenweite Wachstum wieder anzukurbeln, hat Allstate im Juli den Lebensversicherer National General für knapp 4 Mrd. USD übernommen. Mit der Akquisition kauft sich das Unternehmen eines der größten Netzwerke an eigenständigen Versicherungsmaklern in den USA hinzu. Außerdem ist National General in Amerika Marktführer bei risikoreicheren Autoversicherungs-Policen, und dies dürfte neben allgemeinen Synergieeffekten das Versicherungs-Portfolio von Allstate durchaus gut ergänzen.

Letztlich geht aber um zusätzliches Prämienwachstum, das gerade während Covid-19 über die gesamte Branche verteilt gelitten hat. Zwar lag das Umsatzplus des Unternehmens in den zurückliegenden 5 Jahren bei durchschnittlich 5%, mit dem Zukauf dürfte es aber durch den künftig breiter gestreuten Versicherungsverkauf wieder zu stärkeren Zuwächsen kommen. Zuletzt lag auch die Eigenkapitalrendite von Allstate bei beachtlichen 18%, während der Branchendurchschnitt nur einstellige Werte erreichte. Allerdings bietet die Aktie gegenwärtig auch nur eine Kapitalrendite von 2,4%, die durchschnittliche adjustierte Dividendenrendite der vergangenen 3 Jahre liegt aber immerhin bei 7%.

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