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08.09.
16:36 Uhr
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TraderFox High-Quality-Stocks Europe: Sartorius Stedim Biotech will 2020 dank Covid-19-Therapieforschung dynamische 30% wachsen und Henkel zeigt im Krisenmodus einmal mehr seine defensive Klasse

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index wird am Dienstag von vorbörslich schwächeren US-Börsen und weiterhin schwierigen Brexit-Verhandlungen belastet. Somit liegt der Index am Nachmittag mit 1,9% im Minus bei 114,95 Punkten. Corona-Impfstoff-Forschung globaler Pharmakunden führt bei Sartorius Stedim im 1Hj zu einer enormen Produktnachfrage. Henkel-Aktie bleibt trotz robuster Geschäftsentwicklung und Kapitalstärke mit KGV von 15 historisch günstig bewertet.

Mit seinem jüngst markierten Rekordhoch war im Qualitäts-Index die Aktie der Sartorius Stedim Biotech einer der Highflyer im Index. Am Dienstag wird der Anstieg aber erstmal weiter verdaut, und die Papiere liegen dabei deutlich im Minus bei 276,00 Euro. Der Grund für den anhaltenden Höhenflug ist einfach die dynamische Geschäftsentwicklung, die das französische Unternehmen derzeit erfährt. Erst im Juli hatte der international agierende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen, mit denen Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie Medikamente effizienter und schneller entwickeln und herzustellen können, seine Prognosen für 2020 kräftig nach oben geschraubt. Für Sartorius Stedim spricht dabei vor allem das eigene Portfolio, das nahezu alle wichtigen Schritte der biopharmazeutischen Arzneimittel-Herstellung umfasst. Dieses wurde vom Management durch Zukäufe mit ergänzenden Technologien in der Vergangenheit strategisch auch Stück für Stück ausgebaut. So wurde von der Unternehmensgruppe, die sich in erster Linie auf Einweg-Technologien und Mehrwertdienste konzentriert, erst im April die für rund 825 Mio. USD von dem amerikanischen Industrie- und Life Science-Unternehmen Danaher erworbenen biomedizinischen Geschäftssparten intergiert. Laut Unternehmensangaben würden die zugekauften Firmenanteile das bisherige Produktportfolio von Sartorius Stedim mit ihren verschiedenen Bioprozessverfahren perfekt ergänzen.

Mit den eigenen und global verteilten Fertigungs- und R&D-Standorten kletterten die Erlöse der Franzosen im letzten Jahr schon um 5% auf gut 1,44 Mrd. Euro. Für 2020 dürfte es nach den starken Halbjahrzahlen, die ein beachtliches Wachstum von 22% auf 869 Mio. Euro vorlegten, allerdings deutlich mehr werden. Wir spürten aufgrund der Corona-Impfstoff- und Therapieforschung eine enorme Nachfrage verteilt über alle Sparten und Regionen, betonte dabei der Vorstand. Dies dürfte sich dem Manager zufolge auch bis Jahresende fortsetzen. Dementsprechend wird bei Sartorius Stedim für das gesamte Jahr von einem dynamischen Umsatzplus im Bereich von 26 bis 30% ausgegangen, nach 17 bis 21% zuvor. Dabei steht der Dienstleister mit seinen medizinischen Anwendungen insbesondere auch vor langfristig anhaltenden Zuwächsen. Denn solange es Krankheiten und entsprechende Pharmamunternehmen gibt, die nach Heiltherapien und Medikamenten suchen, dürften hier von Unternehmensseite her immer solide Umsätze verbucht werden. Sartorius Stedim liefert aber dafür nicht nur die notwendigen Werkzeuge, die Eigenkapitalrendite war mit im Schnitt fast 20% in den letzten 5 Jahren jedenfalls immer ununterbrochen stark.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Im heutigen Marktumfeld präsentiert sich im Qualitäts-Index dagegen mit nur leichten Abgaben auf 74,40 Euro die Aktie von Henkel. Bei dem Konsumgüterproduzenten hatte der Corona-Virus und dessen weltweite Auswirkungen nur kleinere Spuren in der Bilanz hinterlassen. Zwar ging der Umsatz im 1.Halbjahr um 5% im Jahresvergleich auf 9,48 Mio. Euro zurück. Vor allem in der Unternehmenssparte Laundry & Home Care kam aber ein stärkeres “Hamster-Verhalten“ der Konsumenten während der globalen Shutdown-Phase zu tage, was die Erlöse des Geschäftsbereichs um 5,3% nach oben trieb. Henkel selbst konnte mit diesem grundsätzlich starken Wachstum schwächere Geschäfte wie die Klebe-Sparte mit ihrem Umsatzrückgang von 4,3%, teilweise sogar kompensieren. Das Management sah somit auch keinen Grund für Kurzarbeit oder gar Arbeitsplatzverluste. Sowohl Autoindustrie als auch die Elektronikbranche bleiben für das Klebstoffgeschäft der Düsseldorfer aber weiterhin enorm wichtig. Das weltweite Herunterfahren vieler Auto-Fabriken hatte Henkel diesbezüglich auch stark getroffen. Der Trend hin zu mehr Elektroautos könnte der Sparte aber künftig durchaus zugutekommen. Denn im Vergleich zu den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor dürften hier von der Industrie letztlich mehr Klebstoffe nachgefragt werden.

Mit dem Überstehen der Krise zeigt sich im Endeffekt jedoch auch hier einmal mehr die defensive Klasse des Unternehmens, und auch der moderate Geschäftsrückgang scheint dabei selbst für die Aktionäre durchaus verkraftbar. Gemessen am gegenwärtigen Aktienkurs beläuft sich das KGV auch nur auf gut 15, was für ein Qualitätsunternehmen wie Henkel historisch günstig erscheint. Zumal für 2020 eine unveränderte Dividende von 1,85 Euro erwartet wird, was einer derzeitigen Kapitalrendite von 2,5% entspricht. Zwar bleibt etwas Unsicherheit aufgrund fehlender Prognosen, für konservative und langfristig orientierte Investoren lohnt sich aber hier schon jetzt der Einstieg.

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